
Laufzeit: 24. April bis 23. Mai 2026
Diese Ausstellung ist ein Beitrag zu den weltweit laufenden Prozessen von Wahrheit und Versöhnung.
Die Norwegisierungspolitik gegenüber den Sámi brachte tiefgreifende und systematische Eingriffe in das Leben der Menschen mit sich. Die Gedichte und Bilder geben den gelebten Erfahrungen sámi Kinder Raum — der Stille, der Verwirrung und den Brüchen, die ihre prägenden Jahre bestimmten.
Die Auswirkungen der Norwegisierung endeten nicht mit politischen Reformen. Sie wirken bis heute nach — in Form von Schweigen, Scham, fragmentierten Selbstbildern und weitergegebenen inneren Konflikten. Was einst von außen auferlegt wurde, wird im Inneren weitergetragen, oft im Alleinsein. Die Gedichte und Bilder untersuchen, wie kollektive Eingriffe in Sprache, Körper und Selbstverständnis fortwirken.
Auch in der Schweiz waren marginalisierte Gruppen wie die Jenischen und andere Gemeinschaften von ähnlichen assimilatorischen Maßnahmen betroffen, bei denen Kinder im Namen von sozialer Ordnung und „Verbesserung“ aus ihren Familien genommen wurden. Diese parallelen Geschichten verweisen auf ein breiteres europäisches Muster: Wenn Staaten in den intimen Bereich eingreifen, gerät kulturelle Kontinuität in Gefahr.
Die in dieser Ausstellung behandelten Erfahrungen gehören nicht nur der Vergangenheit an. Sie prägen bis heute Beziehungen, Sprache und Schweigen — und fordern zugleich ein Nachdenken über Verantwortung und Zusammenhalt heraus. Sie stellt die Frage, was weitergetragen werden kann — nicht nur als Last, sondern auch als Bewusstsein — innerhalb einer global vernetzten Gemeinschaft.
Die Echos atmen noch. Die Frage ist, wie wir ihnen zuhören.
Duration: 24 April to 23 May 2026
This exhibition is a contribution to the ongoing Truth and Reconciliation processes globally.
The Norwegianization policies directed at the Sámi people imposed systematic interventions into people's lives. The poems and images give space to the lived experiences of Sámi children — to the silence, confusion, and rupture that marked their formative years.
The effects of Norwegianization did not end with policy reform. They continue to resonate as silence, shame, fractured self-images, and inherited inner conflict. What was once imposed from outside becomes lived within, often carried alone. The poems and images examine how collective interventions continue to work within language, body, and self-understanding.
In Switzerland, similar assimilationist measures affected groups such as the Yenish and other marginalized communities, where children were removed from their families in the name of social order and “improvement.” These parallel histories reveal a broader European pattern: when states intervene in the intimate sphere, cultural continuity is placed at risk.
The experiences addressed in this exhibition belong not only to concerns of the past. They continue to shape relationships, language, and silence in the present and also toward responsibility and coherence. It asks what can be carried forward — not as burden alone, but as awareness —within an interconnected global community.
The echoes are still breathing. The question is how we choose to listen.

Indigenous Art from the Arctic – Meeting the World: We showcase powerful voices from the North through contemporary Indigenous art.
Adresse:
Gerechtigkeitsgasse 52
3011 Bern

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