
Poster by Káren-Ann Hurri
Logo by Jo Morten Kåven
An der ersten Ausgabe von Arctic Voices im Oktober 2024 war das Festival mit 18 Veranstaltungen in neun unterschiedlichen Berner Kulturorten präsent. Mehr als 20 internationale Künstler:innen und Diskussionsgäste nahmen an den Veranstaltungen teil und das Programm erreichte über 800 Besucher:innen. Das Programm der ersten Festivalausgabe war ein Gemeinschaftsprojekt, das in Zusammenarbeit mit verschiedenen Berner Kulturinstitutionen, NGOs sowie zwei Instituten der Universität Bern entwickelt wurde.
Die Event-Reihe «Arctic Voices» bietet im Oktober 2024 Indigenen Stimmen und Geschichten eine Plattform in Bern. Ein vielfältiges Programm mit Filmvorführungen, Podiumsgesprächen, Museumsführungen und Workshops fokussiert auf zeitgenössische Indigenous-made Filme und Geschichten aus Sápmi und dem arktischen Nordeuropa, Kalaallit Nunaat / Grönland, Kanada, den USA (Alaska) und Russland.
Arctic Voices behandelt Themen wie (mediale) Selbst- und Fremddarstellungen, Vergangenheits- und Gegenwartsbewältigung, Widerstand und Aktivismus für Indigene Rechte sowie die Auswirkungen von Klimakrise, Rohstoffabbau und (grünem) Kolonialismus auf zirkumpolare Gemeinschaften.
Im Rahmen von diversen Veranstaltungen im Oktober schaffen wir einen gemeinsamen Austausch- und Lern-Raum. Wir schauen Filme, diskutieren über die Themen und Inhalte der Reihe, befassen uns mit den vielfältigen zeitgenössischen Realitäten, Geschichten und Kulturen (arktischer / nordischer) Indigener Gemeinschaften und stellen Fragen nach den Bezügen zur Schweiz und zu globalen Verflechtungen.
Der Themenfokus «Stimmen und Bilder» lädt das Publikum dazu ein, eigene Bilder und Vorstellungen über Indigene Menschen kritisch zu hinterfragen. Wir eröffnen historische und aktuelle Perspektiven auf Fremd- und Selbst-Repräsentationen sowie auf die aktuelle Entwicklung im Bereich Indigener Medienproduktionen. Auch den in Indigenen Gemeinschaften oftmals sehr stark oral geprägten Kulturtraditionen (z.B. Samischer Joik) wird in dieser Reihe Rechnung getragen.
Diese Themenfokus behandelt die Themen Indigener Widerstand und Aktivismus in den zirkumpolaren Regionen sowie die Beziehungen von Menschen und ihrer Umwelt. Ganzheitliche Weltsichten von Indigenen Gemeinschaften werden thematisiert, sowie Kontinuitäten von Widerstand gegen koloniale Unterdrückung in der Vergangenheit und Gegenwart. Wir werfen kritische Blicke auf die sogenannte «grüne Energiewende» und deren soziale, rechtliche und ökologische Auswirkungen auf Indigene Gemeinschaften.
Die lange Geschichte von Ungerechtigkeiten gegen Indigene Menschen und deren Auswirkungen bis heute sind in einigen Ländern durch sogenannte «Truth and Reconciliation Commissions» untersucht worden. Wer an diesen Prozessen beteiligt ist und wie sie umgesetzt werden, ist oft Gegenstand von Debatten und nicht selten auch begleitet von kritischen Stimmen. Die Themenreihe setzt sich mit dem Umgang der staatlichen Anerkennung von historischem Unrecht auseinander und versucht, Bezüge zu Schweizer Beispielen wie die Aufarbeitung von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen herzustellen. Eine zentrale Frage dabei ist, wie Vergangenheit und Geschichte in der heutigen Gesellschaft verhandelt werden kann.
Arctic Voices wurde 2024 im Rahmen von einer ca. monatlich stattfindenden Projektwerkstatt geplant. Interessierte Personen und Gruppen wurden dazu eingeladen, das Konzept und Programm aktiv mitzugestalten. Vier Personen koordinierten die Gruppe und übernahmen Projektleitungsfunktionen.
Andrea Bordoli, Désirée Draxl (PartiCine), Flora Gerber (ciné liminal), Elena Rudin (ciné liminal), Elio Frosio (Klimastreik Bern), Jana Lamatsch (PartiCine), Karin Kaufmann (Incomindios / GfbV), Lina Suter (Klimastreik Bern), Martha Cerny (One Arctic, MCCA), Michaela Schäuble (Sozialanthropologie Unibe), Natascha Cerny Ehtesham (One Arctic, MCCA), Nelia Lauper (Klimastreik Bern), Nimal Bourloud (PartiCine), Rohit Jain (Sozialanthropologie Unibe), Tabea Willi (GfbV).
Nimal Bourloud, Martha Cerny, Natascha Cerny Ehtesham, Jana Lamatsch
In September and November 2023, Nimal Bourloud, Martha Cerny and Natascha Cerny Ehtesham met at the Museum of Contemporary Circumpolar Art. From their discussions emerged the idea to organize a small film series (with the possibility of accompanying events such as discussion panels, guided museum tours, workshops or programs for children). The series would centre on Indigenous perspectives from Circumpolar, or more specifically Arctic, regions, while also striving to make connections to Switzerland. As a possible date, September 30, 2024 came into discussion, which since 2021 has been Canada’s National Day for Truth and Reconciliation and which is also commonly and previously known as Orange Shirt Day, a day for “commemorating the residential school experience, witnessing and honouring the healing journey of the Survivors and their families”. They decided to draft a first concept, with which they could reach out to other people, groups and funding partners interested in collaborating and supporting the project.
Unser Dank und unsere Anerkennung geht an alle unsere Indigenen und Nicht-Indigenen Gäste, Filmemacher:innen und Künstler:innen, an die Arctic Voices Projektwerkstatt, an alle Mitdenker:innen, Gesprächs- und Veranstaltungs-Partner:innen sowie an alle Förderstellen.
Alisi Telengut (Artist),
Alexandra Baumann (Swiss ambassador to the Arctic Council),
Andrea Bordoli (Sozialanthropologie, Unibe),
Andreas Rupp (Mahogany Hall),
Beat Hächler (ALPS Alpines Museum der Schweiz)
Beatrice Häusler (ALPS Alpines Museum der Schweiz)
Berit Alette Mienna (Artist),
Bernhard Schürch (Cinématte),
Beaska Niillas (Aktivist),
Carmen Siegenthaler (ALPS Alpines Museum der Schweiz),
Cyrill Hermann (Klimastreik Bern),
Daniel Herskedal (Artist),
Désirée Draxl (PartiCine),
Elena Rudin (ciné liminal),
Elio Frosio (Klimastreik Bern),
Elisabeth Berg (Übersetzerin & Organisatorin),
Fabian Corpataux (Grafiker),
Flora Gerber (ciné liminal),
Hannah Schaad (Polit-Forum Bern),
Ilaria Longo (Kornhausforum),
Ingo Rau (Marja Mortensson Trio),
Jakop Janssønn (Marja Mortensson Trio),
Jana Lamatsch (PartiCine),
Jo Morten Kåven (Sámi Artist),
Kati Eriksen («Home River»),
Kati Rau (Marja Mortensson Trio),
Katja Gauriloff (Filmemacherin, «Je'Vida»),
Káren-Ann Hurri (Grafikerin),
Karin Kaufmann (Incomindios),
Lars Anders Baer (Sámi Politiker),
Lea Hagmann (World Arts and Music, Unibe),
Lina Suter (Klimastreik Bern),
Manuel Menrath (Historiker, PH Luzern),
Maren Benedicte Nystad Storslett (ISFI, Sapmifilm),
Marja Mortennson (Joik Sängerin),
Martha Cerny (One Arctic),
Michaela Schäuble (Sozialanthropologie, Unibe),
Mike Metawabin (Poet & Deputy Grand Chief of the Nishnawbe Aski Nation),
Mo Diener (performance artist),
Moe Renfer (PartiCine),
Monique Sägesser (Mahogany Hall),
Natascha Cerny Ehtesham (One Arctic),
Nelia Lauper (Klimastreik Bern),
Nicolas Kerksieck (Kornhausforum),
Nimal Bourloud (PartiCine),
Øistein Hanssen (Musiker),
Peter Cerny (One Arctic),
Rebecka Domig (Kornhausforum),
Rohit Jain (Sozialanthropologie, Unibe),
Rosella Ragazzi (The Arctic University of Norway)
Stephan Schoenholtz (Living Room),
Tabea Willi (GfbV),
Tinka Steinhoff (Booking),
Tom Berger (Polit-Forum Bern),
Ursula Waser (Stiftung Naschet-Jenische).
Mit freundlicher Unterstützung von:





Einzelne Events unterstützt von:




Máttáráhkká - Mother Earth - is one of the Sámi goddesses. The reindeer horn below symbolises a sacrifice. Are we today sacrificing Mother Earth and the Indigenous Peoples? I feel that this is a great image to use [for Arctic Voices] as we all should listen to the voices of our foremothers.
(Jo Morten Kåven @jomokko19)

Das Arctic Voices 2024 Poster wurde von Káren-Ann Hurri (www.kahurri.com) gestaltet. Sie ist eine Sámi Künstlerin, Designerin und Kulturschaffende aus Gárásavvon / Karesuando, dem nördlichsten Dorf Schwedens, im Herzen von Sápmi.

Lake Inari im Januar 2024.